Wo sind unsere Bienen hin?

Vielleicht hat es mancher bemerkt: Auf dem Kirchhof stehen gar keine Bienenstöcke mehr.

Traurig und hilflos habe ich im Spätsommer und Herbst mit ansehen müssen, wie unsere drei starken Wirtschaftsvölker und ein junger Zögling nach und nach schwächer wurden und es nicht mal bis zum Winter schafften. Im Mai und Juli 2020 hatten Sie uns noch so viele Kilos leckeren Honig eingebracht, waren emsig und sahen gesund und prächtig aus. Ich habe viel nach möglichen Gründen recherchiert und auch Rücksprache mit Imkerverband und erfahrenen Altimkern gehalten. Den Grund, warum unsere „Luther-Bienen“ im Herbst so schwach waren, dass sie sich am Ende nicht mal mehr gegen die tollkühnen Angriffe der Wespen zur Wehr setzen konnten, konnte ich leider nicht ergründen. Viele Ursachen scheinen zusammen dazu geführt zu haben. Denn normalerweise können sich starke und gesunde Bienenvölker locker gegen die Raubzüge der Wespen zur Wehr setzen. In unserem Fall aber hatte am Ende keines der Bienenvölker die Power dazu. Tag ein Tag aus flogen zig Wespen zu den Stöcken und „überfielen“ die geschwächten Völker. Noch bis in den November hinein räuberten die wesentlich kälterobusteren Wespen die Vorräte unserer Bienen. Die geschwächten Völker zogen auch im Herbst keine keine Winterbienen herab und so war schon im Oktober absehbar, dass es wohl keines der Völker bis zum Winter schaffen würde.

Zunächst sehr traurig und frustriert über diesen herben Verlust habe ich schnell beschlossen, dass ich in 2021 neustarten möchte. Mit möglichst vielen kleinen Völkern soll es im frühen Sommer wieder Bienensummen auf dem Kirchhof geben. Nur mit dem Honig wird es noch dauern. Denn die kleinen Völker müssen erst wachsen, bis sie in 2022 vielleicht stark genug sind und genug Honig sammeln werden, dass es auch für die Luthergemeinde reicht.

„Grundreinigung“ in den Bienenstöcken. Alte Waben wurden im Oktober entfernt, werden nun eingeschmolzen und zu neuem Wabenwerk verarbeitet. Imkern nach dem „cradle to cradle“ – Prinzip. Eine ganz schöne Fleißarbeit bei ca. 70 alten Rähmchen.

Gerade bin ich dabei, die alljährliche sehr mühsame „Hygienearbeit“ der Völker zu stemmen. Viele Stunden arbeite ich draußen bei kalten Temperaturen daran, alte Waben aus den Rähmchen zu kratzen, das Wachs einzuschmelzen und von alten Larvenhäutchen und Kotresten der Brut zu befreien. Das gereinigte Wachs wird dann wieder zu frischem Wabenwerk gepresst, was für die nächste Trachtsaison (den neuen Honig) gebraucht wird… Haustiere machen eben Arbeit

Für alle Unterstützung beim Imkern, für alle interessierten Fragen und jedes gekaufte Honigglas mit Spendenbeitrag bedanke ich mich ganz herzlich!

Eure Julsy