Synode des Kirchenbezirks Rheinland-Westfalen tagte in Radevormwald

An die Eröffnung durch den Präses Matthias Leube schloss sich der ausführliche Bericht des Superintendenten Michael Otto an, der die Umbrüche im Kirchenbezirk vor den Herausforderungen der heutigen Zeit herausstellte. Bischof Hans-Jörg Voigt berichtete anschließend aus der Kirchenleitung von einer zunehmenden Zahl an schwierigen Personalangelegenheiten, konnte aber auch auf positive Anknüpfungspunkte in den Außenbeziehungen der Kirche und in der Ökumene verweisen.

An das Synodalreferat des Bischofs zum Thema „Meine Vision von unserer Kirche vor dem Hintergrund von Einheit und Polarisierung, vor allem bezogen auf die Frauenordination“ schloss sich eine lebhafte Diskussion an. Der Bischof stellte die Frage der Frauenordination in den größeren Zusammenhang der zunehmend säkularisierten Gesellschaft, was nicht nur in unserer kleinen Kirche, sondern in vielen anderen Bereichen und Kirchen zu schwierigen Auseinandersetzungen führe. Er rief auf zum christlichen Bekennen und zum Hören auf Gottes Wort in dieser sich schnell verändernden Gesellschaft. Mit dem Einhalten der bestehenden kirchenrechtlichen Ordnungen könne eine drohende Spaltung der Kirche abgewendet werden. Die Wortmeldungen der Synodalen stellten heraus, dass es sich bei der Frage der Frauenordination um eine zutiefst theologische Frage nach Gerechtigkeit und Anerkennung im Sinne der Botschaft Jesu handele und nicht um ein Einknicken vor dem Zeitgeist. Die Anwesenden waren sich einig, dass nicht Abschottung und Angst, sondern die Einigkeit in den grundlegenden Glaubensfragen, sowie das gegenseitige Verständnis die weiteren Gespräche lenken sollten.

Am Nachmittag standen dann die Finanzen sowie weitere Berichte aus Jugendarbeit, Kirchenmusik, Diakonie und Frauendienst auf dem Programm. Über die einstimmige Wahl des neuen Bezirks­jugend­pastors Per Tüchsen aus Münster freuten sich insbesondere auch die anwesenden Jugendvertreter. Mit besonderem Dank wurden die langjährigen Bezirksbeiräte Falk Steffen aus Witten und Renate Förster aus Düsseldorf, die dem Bezirk aber als Rendantin erhalten bleibt, verabschiedet. Neu in den Bezirksbeirat gewählt wurden Dr. Heidrun Lederbogen aus der neu gebildeten Einigkeitsgemeinde Bochum und Hartwig Ehlerding aus Witten.

Den geistlichen Schlusspunkt der Synode setzte ein Abendmahlsgottesdienst, der von Pfarrer Michael Bracht gehalten wurde, in dem auch der Jugendpastor und die neuen Bezirksbeiräte durch den Superintendenten eingesetzt wurden, und der buchstäblich mit Pauken und Trompeten des Bläserensembles unter Leitung von Kantor Thomas Nickisch endete.